Ein Frosch unter Tag – Von Grubengeleucht und Lampenfabrikant

Im Inneren der Erde ist es dunkel. Seit der Mensch unter Tag nach Schätzen gräbt, gehört daher das Licht - der Bergmann spricht hier vom Geleucht – zu seinen wichtigsten Hilfsmitteln. Archäologische Funde zeigen, dass schon im prähistorischen Bergbau Kienspäne zur Beleuchtung verwendet wurden. Damals wurden sie mit den Zähnen gehalten, um die Hände für die Arbeit frei zu haben.

Geschlossene Froschlampe von Pius Pirringer, um 1880/ 1890, Graz, 13,3 x 8,4 x 14,5 cm, Inv.-Nr.: MJ95/3243

Was macht jetzt aber ein Frosch unter Tag? Vermutlich im 17. Jahrhundert entwickelte sich die so genannte Froschlampe. Eine geschlossene Grubenlampe aus Eisen, die mit Rüböl (Rapsöl) gefüllt und dann mit einem Docht versehen wurde. Dieser Lampentyp  wurde in fast unveränderter Form bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Bergbau verwendet. Es entwickelten sich auch reviertypische Lampenformen, wie zum Bespiel der massive eiserne Frosch des weststeirischen Kohlereviers. Woher der kuriose Name Froschlampe stammt ist nicht bekannt. Er könnte aber von der gedrungenen Form des Lampenkörpers stammen, andere Deutungen verweisen auf den Volksglauben, nach dem der Frosch auch als Schatzhüter gilt.

Die gezeigte Froschlampe stammt aus der Grubenlampenfabrik von Pius Pirringer in Graz und wurde um 1880/ 1890 dort hergestellt. Pirringer perfektionierte die Herstellung von Froschlampen mit der Entwicklung des maschinell gedrückten Lampentopfes. Durch diese Technik verkürzte er die Herstellungszeit enorm und belieferte Bergbaubetriebe in der gesamten damaligen Monarchie. Bevor Pirringer erfolgreicher Grubenlampenfabrikant in Graz war, war er einige Jahre als Schlosser in Köflach tätig und heiratete 1867 eine Köflacherin.

Sie möchten mehr wissen? Eine ausführlichere Besprechung der Froschlampe finden Sie in Kürze auf der Homepage der Stadtgemeinde Köflach.