Der Gabenbringer ist einer der wichtigsten Heiligen der Ostkirche und unter anderem Patron der Kinder, Seefahrer und Bäcker. Ihm werden viele Legenden und Wundertaten nachgesagt. Hierbei vermischen sich die Geschichten des Heiligen Nikolaus von Myra († um 350) und dem später lebenden Abt Nikolaus von Sion († 564).
Aber um was für ein Objekt handelt sich bei dem Nikolaus nun eigentlich? Es ist ein bemalter Wachsabguss, der aus der ehemaligen Wachszieherei Neubauer in Köflach stammt. Der Wachsabguss wurde Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem Lebzeltmodel hergestellt. Lebzelten ist ein altes Wort für Lebkuchen und ein Model ist eine Hohlform um zum Beispiel Teig oder Wachs die gewünschte Gestalt zu verleihen. Der Beruf des Lebzelters war meist ein doppeltes Handwerk zusammen mit dem des Wachsziehers, da die mit Honig gefüllten Bienenwaben für beide Tätigkeiten gebraucht wurden. Mit dem Honig wurde ein zäher Teig für die Lebzelten angerührt, der dann in ein aufwändig geschnitztes Holzmodel gepresst und gebacken wurde. Obwohl eines der häufigsten Motive, hat sich das Model für den Nikolaus leider nicht erhalten. Ein Vergleichsstück ist aber das ABC-Täfelchen mit dem geflügelten Engel. Aus dem Bienenwachs wurden Kerzen, Wachsstöcke oder Votivgaben hergestellt. Gegen Ende des 19. Jahrhundert kam es zu einem Rückgang der gemodelten Lebzelter, da Ausstecher immer beliebter wurden. Man begann daher Wachsabgüsse dieser Model anzufertigen, die dann als Wandschmuck verwendet wurden.
Gemodelte Lebzelten gehörten früher übrigens zu den traditionellen Nikolausgeschenken. In
diesem Sinne - frohe Feiertage aus dem Museum Köflach!