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Museum
Chronik

2021

Geschichte spannend aufbereitet

Gedenktage, Ereignisse,
Geburtstage, Todestage …

Vor 560 Jahren – 1461 …

… erhielt Andrä von Greißenegg und Lankowitz von Kaiser Friedrich III. die Bewilligung, „eysenerz im Pybertale und in der Sale“ zu gewinnen. Daher siedelten sich schon im Mittelalter Hammerschmiede im Sallatal an, und die Schmiedefeuer glühten entlang des Sallabaches, zumal in dieser waldreichen Gegend kein Mangel an der benötigten Holzkohle zu befürchten war. Noch vor einigen Jahren waren Häuserruinen und verfallene Radstuben Zeugen einstigen Fleißes.

Vor 550 Jahren – 1471 …

… wenige Monate nach dem Huldbeweis in Lankowitz verlor Andrä von Greißenegg die Gunst seines Kaisers. Als Freund des aufrührerischen Ritters Andreas Baumkirchner wurde er des Hochverrates beschuldigt und ohne Gelegenheit, sich zu verteidigen, am 24. April 1471 „als sich der Tag wollt scheiden“ – wahrscheinlich unschuldig – hingerichtet. Mit ihm starb auch sein Freund Baumkirchner in Graz den Tod durch das Schwert.

Vor 320 Jahren – 1701 …

… am 18. Dezember nahm der Abt den von Voitsberg angebotenen Vergleich nicht an, und so gingen die Beschwerden hüben und drüben, die Konflikte und „Vexationen“ (Beschlagnahme von Handelswaren) wieder weiter.

Vor 270 Jahren – 1751 …

… erwarb nach mehrmaligem Besitzwechsel der Nagelschmied Georg Großauer das alte Hammerwerk. Nach ihm war sein Schwiegersohn Josef Tunner aus Deutsch-Feistritz hier Hammerherr. Das Werk hieß von nun an „Tunnerhammer“.

Vor 210 Jahren – 1811 …

… hatte der Krieg mit Napoleon enorm viel Geld verschlungen und die Kriegsentschädigung an Frankreich betrug 75 Millionen Gulden. Daher erließ der Kaiser das „Finanzpatent“, das den Staatsbankrott bedeutete. Über Nacht fielen die „Bancozettel“ auf ein Fünftel ihres Wertes.

Über diese traurige Tatsache dürfte auch der Wein des Jahrganges 1811 die Köflacher nicht hinweggetröstet haben, obwohl es der beste Wein war, der jemals in unserer Gegend geerntet wurde. Während der Lesezeit stand ein Komet am Himmel, darum nannte man ihn „Kometenwein.

Vor 160 Jahren – 1861 …

… wurde der „Gräflich-Meransche-Erbstollen“, der spätere „Revierstollen“, erbaut. Die Tagbaue Hasendorf und Mayr-Melnhof förderten nun die Kohle durch diesen Stollen ab. Dadurch verbilligte sich der Transport um 20 Kreuzer per Tonne.

Vor 140 Jahren – 1881 …

… ereignete sich am 18. Dezember eine der schwersten Grubenkatastrophen des Köflacher Revieres in der Schafloser Mulde durch „Schlagende Wetter“. 5 Bergleute mussten ihr Leben lassen, drei Familienväter und zwei ledige Knappen. Eine spontane Sammlung erbrachte 727 Gulden für die Hinterbliebenen.

Vor 120 Jahren – 1901 …

…wurde die Köflacher Bibliothek als eine Leihbücherei des Vereins Südmark gegründet. Die Leitung übernahm der Lehrer und spätere Bezirksschulinspektor und Regierungsrat Karl Kriegl (1871–1958). Er richtete im Magazingebäude des Straußhauses in der Grazerstraße 9 eine kleine Buchausgabe ein. Immer sonntags nach der Messe wurden die Bücher an die Leser ausgehändigt. Erste Zielgruppe war vor allem die gerade aus der Schule entlassene Jugend, aber schon bald zog das Angebot auch Arbeiter aus Bergbau und Industrie an. So wie die anfangs kleine Leserschar wuchsen auch bald die Bestände. Immerhin setzte sich Dr. Hans Kloepfer als Obmann des Vereins Südmark sehr für die Vermehrung der Bücherauswahl ein. Reiseerzählungen, Romane und andere Unterhaltungsliteratur waren am beliebtesten.

Vor 110 Jahren – 1911 …

… ereignete sich am 24. Juni ein grässliches Unglück. Am Nachmittag explodierten im Mischraum der Pulverfabrik in Puchbach 200 kg Dynamit. Das Pulverwerk „flog in die Luft“. Vier ledige Arbeiter fanden den Tod. Sie wurden „buchstäblich zerrissen“.

Vor 100 Jahren – 1921 …

… streikten die Angestellten der Alpine vom 25. Februar bis 12. März. Nach zähen Verhandlungen kam es zu einem Vergleich. Am 12. Mai legten die Arbeiter des gesamten Voitsberg-Köflacher Reviers die Arbeit nieder, mussten sie aber schließlich wieder aufnehmen, ohne etwas erreicht zu haben.

… übergab die Alpine im November ihre neue moderne Förderanlage Karlschacht 2 (in Obergraden) dem Betrieb. Zum Unterschied vom alten Karlschacht war dieser als Tonnlage ausgebaut und mit Gefäßförderung ausgestattet worden. Eine eigene Schleppbahn verband ihn mit der Station Oberdorf I. Der alte Karlschacht wurde außer Betrieb gestellt.

Vor 90 Jahren – 1931 …

… wurde die Köflacher Südmarkbibliothek als zweitälteste und zweitgrößte Südmarkbücherei Österreichs bezeichnet.

Vor 80 Jahren – 1941 …

… gab es die ersten Fliegeralarme.

Vor 70 Jahren – 1951 …

… war bereits im Oktober der erste Bauabschnitt für ein modernes Schulgebäude für die Knaben, die Volksschule, beendet. Im Herbst des Vorjahres wurde mit dem dringenden Bauvorhaben der Stadt begonnen.

Vor 50 Jahren – 1971 …

… konnte im Mai mit dem von der Stadtgemeinde schon länger geplanten Großvorhaben, dem Bau einer Wasserleitung zur Erschließung der Sallaquellen und der Hemmerquelle begonnen werden, um die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung mit bestem Quellwasser sicherzustellen.

… brach am 13. Juli in den Juniorwerken ein Großbrand aus, dem das Fabriksgebäude zum Opfer fiel. Einige der wichtigsten Arbeitsmaschinen konnten durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren gerettet werden. Der angerichtete Schaden ging in die Millionen, doch gab es glücklicherweise weder Tote noch Verletzte, weil die Arbeiter und die meisten Angestellten die Fabrik bereits verlassen hatten. Ein halbes Jahr später wurde die Produktion wieder in vollem Umfang aufgenommen.

Vor 40 Jahren – 1981 …

… regt sich seit Jänner wieder neues Leben in den ehemaligen Juniorwerken. Durch einen Pachtvertrag mit der Landesregierung wurden die seit 1975 leerstehenden Hallen von der Triumph-Fahrradindustrie GesmbH&Co.KG übernommen und im März in kleinem Umfang die Produktion von Fahrradteilen begonnen. Mit diesem Anfang ist die Hoffnung verbunden, dass viele Köflacher Pendler wieder im eigenen Wohnort einen Arbeitsplatz finden werden.

… stellte die GKB Ende Jänner ihren neuen „Roten Blitz“ der Öffentlichkeit im Rahmen einer Feier vor, die mit einer Probefahrt für die Ehrengäste verbunden war. Jeder der fünf neuen dieselelektrischen Doppeltriebwagen der Serie VT 70 ist 30 m lang, hat 114 Sitz- und 108 Stehplätze, wiegt 54 Tonnen, kann eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h erreichen und gleitet doch sehr ruhig dahin. Sie wurden mit Inkrafttreten des neuen Fahrplanes auf den Strecken Graz-Köflach und Graz-Wies mit drei Kursen in den Dienst gestellt.

… fasste der Gemeinderat Köflach auf Antrag des Bürgermeisters in seiner Sitzung am 6. Juli den einstimmigen Beschluss, einen Hauptschulzubau zu errichten, um die fast unerträglich gewordene Schulraumnot zu bewältigen.

… öffnete die Volksbank Köflach, das älteste Bankinstitut unserer Stadt, am 16. Oktober zur Feier ihres 70jährigen Bestehens, in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens die Tore ihres großzügig erweiterten, vergrößerten und zweckmäßig neugestalteten Bankgebäudes in der Kärntnerstraße.

2021 …

… – passend zum 120-jährigen Jubiläum – schlägt die Bibliothek ein neues Kapitel in ihrer bewegten Geschichte auf. Nach etlichen Umzügen findet die Bibliothek in der Köflach-Passage ihre neue Heimat und eröffnete am 9. Februar. Zum neuen Standort gibt es auch einen neuen Namen, aus der Bibliothek im Kunsthaus wird die Lipizzanerheimat-Bibliothek.

Auszüge aus “Köflach” von Erika Iberer, erschienen im Verlag für Sammler, Graz, 1992.